Der Mensch als Maschine?

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Da es sich um eine ausführliche Ausarbeitung handelt, wird es als Serie eingestellt. Hier die Folge 1

Wie lebt das Leben? Der Mensch als Maschine?


Aus dem Vorwort von Jean G.: „Wir erleben nicht nur eine
europäische Krise. Sie ist eine Welt- und eine Menschheitskrise,
wie sie bisher nur in Wendezeiten auftrat, die für das Leben der
Erde und der jeweiligen Menschheit einschneidend und endgültig
waren. Die Krise unserer Zeit und unserer Welt bereitet einen voll-
ständigen Umwandlungsprozess vor, der vorerst noch autonom,
einem Ereignis zuzueilen scheint, das von uns aus gesehen nur mit
dem Ausdruck >globale Katastrophe< umschrieben werden kann …
und dass uns bis zu jenem Ereignis nur noch einige Jahrzehnte verbleiben. Diese Frist ist durch die Zunahme der technischen Möglichkeiten bestimmt, die in einem exakten Verhältnis zu der Abnahme des menschlichen Verantwortungsbewusstsein steht. Es sei denn, es träte wirkend ein neuer Faktor in Erscheinung, der dieses bedrohliche Verhältnis überwände. Mit anderen Worten: entweder überwinden wir die Krise, oder sie überwindet uns.“

Mit der Zunahme technischer Möglichkeiten werden zwei Techniken be-
dient. Die mechanische Steigerung der Leistung und Effizienz von Maschinen und Geräten ist im Kapitalismus immer an eine profitorientierte Strategie gekoppelt. Auf dieser Seite gilt die Technik der ‚Rationalisierung‘ des Produktionsfaktors Mensch, d.h. dieser Faktor schwindet mit den automatisierten und selbststeuernden Maschinen. Wir entdecken den ökonomischen Zusammenhang von Nachfrage und Erzeugung des Mehrwertes.

„Während nach wie vor erst einmal produziert werden muss, was dann
konsumiert werden soll, und in der Produktion unvorstellbare Mengen von
Stoffen und Kräften verbraucht werden, lebt die Wirtschaft sozusagen gar
nicht mehr für, kaum noch durch ihre Produktion, sondern vom Konsum.
Dabei kann Konsum genauso gut wegwerfen bedeuten; es kommt nur da-
rauf an, dass erst einmal gekauft wurde. Das ist ‚die schöne neue Welt‘ der
Weltwirtschaft. Durch dieses Prinzip wird sie ebenso gefährlich wie durch
die manifesten Zerstörungen an den Menschen, an der Natur insgesamt
und an jeder Art von Beziehungen – von den zellbiologischen bis zu den
seelischen und kosmischen. Der Titel ‚Arbeitslosigkeit‘ dafür ist deshalb so
falsch, weil er nur eine der Konsequenzen zu benennen versucht, wie er
insgesamt verharmlosend ist. 

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Nicht die Krise ist das Problem, sondern die Gewohnheit, „unbequeme
Konsequenzen im Denken“ zu vermeiden und somit „Schichten unserer
Wirtschaft, die uns bis hierher aber getragen haben, die stumm und still-
schweigend verbraucht werden“ aus dieser Lage nicht zu befreien. „Das
bedarf inzwischen eines umfassenden Handelns, das dem Anderen zur kapitalen Marktordnung die Bedingungen seines Wirkens schafft. Durch Jahrhunderte ist dieses Andere, zumindest als solches, gar nicht wahrgenommen worden; man hat zugelassen, dass es unterminiert, dass es pervertiert und dass es destruiert wurde. Das eigene Recht etwa von Subsistenz wirtschaftlichen Formen aus ihren eigenen Leistungen für unser
Überleben und Leben anzuerkennen, fällt so schwer, weil das eine grundsätzliche geistige Anstrengung voraussetzt.“

Durch die Krise wird uns eine Chance geboten, das Wesen einer schöpferischen Natur zu erfassen! So wie Pablo Picasso appellierte: „Das ist das Wesenhafte des modernen Menschen, der in aller Angst des loslassens doch die Gnade des Gehaltenseins im Offen werden neuer Möglichkeiten er-
fährt.“ Denn Krisen sind keine schicksalhaften Ereignisse, wenn wir in unseren Interaktionen mit Menschen und mit der Natur die selbst erzeugte
Trennungen von Lebensbedingungen erkennen. Diese Öffnungen finden
wir daher als Anlagen in uns selbst, die uns dazu bewegen Handlungen und
Begriffe zu hinterfragen. Wir haben es mit einer Bewusstseinskrise zu tun;
alles was wir denken, tun und bewegen findet einen Ausdruck in Sprache
und Geste und hat mit Erkennen, Fragen und Beantwortung zu tun. Geben
wir uns und dem Anderen neben uns Raum für das eigene und das Leben
miteinander, aber eben wie? Austausch und Trennung über zu konzipierende Schwellen ist eine regionalen Aufgabe, d.h. ‚undurchlässige Wände‘ gehören nicht dazu.

Nach einem kurzen Blick auf den Begriff ‚Fortschritt‘ müsste die Frage folgen „Wohin?“ Eine spontane Antwort darauf wäre: „Nur weg von hier!“
Alles Weitere käme dann hinterher. Oder spüren wir in der „Angst des los lassens“ schon ein Gehaltensein allein durch den Gedanken an Fortschritt?
Weder erfahren wir ein Gehaltensein im Fortschritt, nennen wir es doch
Flucht, was ja auch ein Widerspruch wäre, noch besagt das Wort ein >Wo-
hin<, sonder lediglich das >Fort< von dem Jetzt und Hier, fort vom Ort des
bewussten Lebens. Fortschritt ist wie Wirtschaftswachstum und Freiheit
ein Fluchtpunkt, der im zentralperspektivischen Beziehungsraum die Illusion von Beziehungen nährt. Perspektiven finden nur im unendlichen Nebeneinanderher statt. Die Perspektive ideologischer, geometrischer und
theoretischer Ordnungen führen zu einer parasitären Weltordnung, unter
der Organisationen, Gerichte, Bildungseinrichtungen, Nahrungsversorgung,
natürliche Ressourcen, Außenpolitik, Wirtschaft, Medien und Geldfluss
keine organischen Verbindungen entstehen können. So scheint es möglich,
80% und weiter fortschreitend der gesamte Reichtum der Welt unter Kontrolle zu bringen.

Mit einem Satz lässt sich sagen, woran das Römische Imperium scheiterte: Die Kontrolle ging verloren.Was tragen nun Maschinen zur Krise bei? Die Antwort wird heißen: Es ist nicht die Qualität ihrer Leistungen, sondern schlicht ihre quantitative Unbegrenztheit. Ihre Geschichte führt zur Reproduktion von Funktionseinheiten zu mechanischen Strukturen, deren Organisation unaufhörlich gleiches produzieren, sofern der Mensch nicht dazwischen tritt. „Zum Beispiel ist eine Fabrik ein großer produktiver Mechanismus, der durch wiederholte Anwendungen ein und desselben Vorganges serienweise Replikationen von Einheiten derselben Klasse produziert, etwa Öfen, Autos, Textilien. … Das Zentrale am Replikationsphänomen ist, dass der Produktionsmechanismus und die Replikationen operational unterschiedliche Systeme sind und dass der Produktions-Mechanismus von ihm unabhängige Elemente erzeugt. Bemerkenswert ist, dass als Konsequenz aus der Beschaffenheit des Phänomens der Replikation die erzeugten Einheiten historisch voneinander unabhängig sind. Was der einen von ihnen in ihrer individuellen Geschichte passiert, hat keinen Einfluss darauf, was den anderen, die in der Produktionskette nachfolgen, geschieht. … Kurzum: Die durch Wiederholung erzeugten Einheiten bilden untereinander kein historisches System.“

Fabriken, Konzerne, Denkmaschinen, wie digitale Währungssysteme,
Gentechnik, Lebensmittelchemie, Nano-Technik und zahlreiche andere
Technologie-Einheiten, bilden das Konglomerat der illusionären Weltmaschine, eine Welt die von einer technischen Intelligenz in der Pyramiden Spitze organisieren werden muss. Die Welt schwindet zu einem seelenlosen, technischen Konstrukt von Funktionseinheiten aus Menschenmaterial oder Robotern und eines mafiosen Wahns.

Das schöpferische Potential einer ästhetischen Praxis bringt in aufsteigen-
der Bewegung über Generationen hinweg neue Schöpfungen, neue kosmische Organisationsformen hervor, weil sich Lebewesen „buchstäblich andauernd selbst erzeugen“. Die Biologen M. und V. erkennen in dieser Organisation eine autopoietische Organisation (griech. autos =
selbst; poiein = machen).

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Die bewusst eingebundene Poesie benennt die seelisch-geistige Komponente des Menschseins, die einer Maschine grundsätzlich fehlt. Bewusstsein erschafft Realität, das ist die Quintessenz dessen, was die Quantenphysiker bereits in den 1920er Jahren entdeckt haben. Die Welt gründet sich auf unsere Überzeugungen. Das, wovon Du überzeugt bist, das erschafft Deine Realität. Maschinen erfassen nur digital ziffernmäßig die Farben, die Freude, die Lust, den Schmerz, die Empathie der Menschen – aber Geistig-Seelisches werden Maschinen nicht erfassen können.
Es sind jene Momente, die wir bewusst erleben und die uns befähigen,
„eigene Gesetzlichkeiten beziehungsweise das Eigene zu spezifizieren“ .

In seinem Buch „Was ist erkennen?“ antwortet H. M. auf die Ethik angesprochen, dass es nicht zuletzt vom Willen abhänge, welche
„Folgen das eigene Tun für einen selber, seine Mitmenschen und Mitgeschöpfe – Tiere, Pflanzen und Umwelt (Mitwelt E.) – akzeptabel sind“.

Diese Aussage ist zu ergänzen, da auch ein Nicht-Tun bzw. eine bewusste
Unterlassung weitreichende Folgen haben kann. „Zum Schönsten“, und
damit hat er das eigentliche Lebendige im Sinn, „zum Schönsten am
Menschsein gehört, dass wir als sprachliche Wesen unser eigenes Tun stets
in Konversationen reflektieren können und damit verantwortlich sind.“

http://www.ddbradio.org

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